Bauernregel der Woche 151 (Krimi)!

Bauernregel 

Kräht der Hahn in höchsten Tönen,

will das Wetter uns verwöhnen.

 

Du kannst dir auch selbst eine Bauernregel ausdenken. Wenn du magst, lass sie mich wissen. Dann kann ich sie auf dieser Seite einstellen. Hpaulbrause@aol.com

 

Heute der zweite Teil des zweiundzwanzigsten Kapitels aus meinem Krimi

„Die Kinder des Lichts“

Licht

 

22/2

 

Als Ralf Winter und Georg Falterbaum wieder in ihrem Mercedes saßen, gab Ralf seinem Erstaunen Ausdruck: „das ist ja ein Ding! Eveline ist eine Schwester vom Dienststellenleiter hier in Siegen. Wie bist du darauf gekommen?“ „Na, zum einen habe ich mal in irgendeinem Zusammenhang ihren Nachnamen gehört und zum anderen meinte ich schon die ganze Zeit eine gewisse Familienähnlichkeit zwischen dem Kriminalhauptkommissar und dieser Eveline festgestellt zu haben. Sie konnte ich ja schlecht danach fragen, ohne unsere Tarnung auffliegen zu lassen. Darum habe ich gerade mal die Gelegenheit genutzt.“

„Familienähnlichkeit?“, rätselte Ralf. „Na, mir ist die nicht aufgefallen.“ „Mir aber schon, du weißt doch um mein fotografisches Gedächtnis, da bemerkt man so etwas einfach. Aber jetzt mal was anderes. Wie wollen wir der Gruppe eigentlich unsere lange Abwesenheit heute erklären? Wir brauchen ja jetzt noch fast eine dreiviertel Stunde für die Rückfahrt.“

„Wie, warum erklären?“, wollte Ralf wissen. „Wir müssen denen doch nicht erklären, wo wir gewesen sind.“ „Na, ich denke, wir sollten schon eine übereinstimmende Antwort parat haben, wenn wir zufällig unabhängig voneinander gefragt werden, was wir denn heute gemacht hätten“, bemerkte Georg. „Na, dann schlage ich vor, wir kaufen jetzt schnell noch ein paar Tapeten und holen aus meinem Keller den Tapeziertisch. Ich finde, der Aufenthaltsraum hat mal neue Tapeten verdient.“ „Gute Idee, so machen wir das. Das erklärt auch direkt, warum wir für den Tapeteneinkauf nach Siegen gefahren sind und das nicht in Olpe erledigt haben. Schließlich will ich dieser Natascha die Rechnung unter die Nase halten. Ich will die Tapeten ja nicht aus eigener Tasche bezahlen.“ Georg startete den Mercedes und fuhr los.

*

Nachdem Ewald Born die 21 Kerzen auf dem Tisch in seinem Kellerraum angezündet hatte, kniete er sich nieder und betrachtete die bronzene Christusfigur und betete:

„Herr, der du mich führst und leitest, gib mir einen Rat, was ich tun soll! Ich kann doch meinen Sohn, Johannes, nicht so in die Irre gehen lassen. Zeige mir eine Möglichkeit, wie ich ihn wieder auf den rechten Weg, auf den Weg der Tugend führen kann. Der Weg, den er nur verlassen hat, wegen dieser Eveline. Diese Frau muss den Teufel in sich haben. Halte deine schützende Hand über Johannes, ich bitte dich. Führe ihn wieder auf den rechten Weg! Herr gib mir einen Fingerzeig, was ich machen soll! Ich bin ratlos! Ich, dein Diener Ewald braucht dich!“

Bei diesen Worten schlug er sich mehrmals mit der Faust an die Brust und senkte demütig den Kopf. Dabei fiel ihm auf, das er etwas in der Brusttasche seines Hemdes stecken hatte. Mit fahrigen Fingern holte er es heraus und hielt den Zettel in der Hand, auf den der Pfarrer die Handynummer seines Sohnes geschrieben hatte. Er blickte wieder auf das Kreuz und betete:

„Herr, war das dein Fingerzeig? Heißt das, ich soll meinen Sohn anrufen und mit ihm sprechen? Wenn das dein Wille ist, werde ich ihm folgen.“

Ewald erhob sich von seinen Knien, löschte die 21 Kerzen und verließ den Kellerraum. Im Wohnzimmer angekommen, wählte er die Handynummer. Kurz darauf hörte er die Stimme seines Sohnes, als er sich am Telefon meldete. „Hallo, Johannes, dein Vater ist hier, die Telefonnummer habe ich von Pfarrer Josef bekommen . …… Ja, ich weiß, dass du mir die Nummer aufgeschrieben hast, aber den Zettel habe ich verlegt. ……. Was machst du gerade? Willst du nicht bald mal wieder nach Hause kommen, ich vermisse dich. ……. Du willst bei dieser Gruppe bleiben? Das verstehe ich nicht. ….. Du weißt doch wohl hoffentlich noch, wo dein Zuhause ist! Wo bist du überhaupt? …….

In Oberneger? Was treibst du denn da? Bist du mit dieser Eveline zusammen? Hat die dich dazu verführt? …… Ach, papperlapapp! Bauernhof gekauft! Ich brauche dich hier! …… Auch die Pfarrei und die Jugendlichen warten auf dich. …… Ach, neue Aufgabe. Deine Aufgaben liegen hier! Kapier das endlich! Komm zurück! Noch habe ich das Sagen hier!“

Als Ewald plötzlich das Besetztzeichen hörte, legte er perplex auf. „Was war das denn?“, rief er verwundert aus. „Hat der einfach aufgelegt. Na, warte, so geht das nicht! Diese Eveline hat ihn ja ordentlich verdorben. Aber dem werde ich einen Riegel vorschieben. Mit mir nicht!“

Ewald überlegte, ob er seinen Chef anrufen sollte, um Sonderurlaub zu beantragen. Entschied sich dann aber dagegen, weil er dachte, die zwei Tage in dieser Woche könnte er auch noch arbeiten, dann hätte ich das ganze Wochenende, um sich um Johannes zu kümmern.

*

„Weißt du eigentlich, was auf dem Bauernhof los ist, wo sich der Eugen bis vor ein paar Jahren bemüht hat, Ferien auf dem Bauernhof anzubieten?“, wollte Berta Gruber von Maria Vielhaber wissen, mit der sie zusammen am Verkaufswagen stand, der jeder Woche zweimal die Ortsteile Unter-, Mittel- und Oberneger anfuhr. „Da ist seit zwei Tagen plötzlich Bewegung auf dem Hof. Ein großer Bus steht da und auch zwei PKW habe ich gesehen.“

„Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Aber ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist er ja inzwischen verkauft. Der Eugen hat sich doch total verschuldet und hat den Hof zum Verkauf angeboten. Zu gönnen wäre es dem Eugen ja, dass er von seine Schulden runterkommt. Hockt da mit seiner Erna in Olpe im betreuten Wohnen auf zwei Zimmern. So könnten sie sich ja auf ihre alten Tage noch etwas leisten“, meinte Maria Vielhaber.

„Ich habe vorhin von einer Kundin gehört, den Hof soll irgend so eine Sekte gekauft haben“, mischte sich jetzt der Verkäufer von hinter seiner Theke in das Gespräch ein. „Was?“, entfuhr es Berta. „Eine Sekte! Das hier in unserer friedlichen Gegend. Na, hoffentlich zieht das kein Gesindel an!“ „Da sollten wir ein Auge drauf haben, finde ich!“, stimmte ihr Maria zu. „Währet den Anfängen! Was hältst du davon, wenn wir uns heute Abend mit den Nachbarn zusammensetzen und mal überlegen, wie wir dem begegnen können?“

„Das ist eine gute Idee!“, fand  Berta. „Sagst du auf der rechte Straßenseite Bescheid, ich übernehme die linke. Dann treffen wir uns um 19:00 Uhr bei uns im Garten, das Wetter soll sich ja noch halten. Sagst du auch dem ein oder anderen, er soll eine Sitzgelegenheit   mitbringen. Denn für alle reichen unsere Stühle nicht.“ „Geht klar!“, versicherte Maria. „Inzwischen versuche ich mal etwas mehr über diese Sekte in Erfahrung zu bringen. Vielleicht schicke ich meinen Sohn  und seinen Freund, wenn sie aus der Schule kommen mal los, sie sollen sich dort unauffällig umhören.“ „Das ist eine gute Idee!“ Die beiden Frauen beendeten ihre Einkäufe und verabschiedeten sich.

*

„Ach, da seid ihr beiden ja endlich!“, empfing Natascha Georg Falterbaum und Ralf Winter, als sie aus dem Mercedes stiegen, mit dem sie gerade vorgefahren waren. „Wo wart ihr denn so lange?“, wollte sie wissen. „Na, wir haben uns gedacht, es wäre doch gut, wenn wir den Aufenthaltsraum tapezieren würden und dafür waren wir in Siegen und haben aus meinem Keller den Tapeziertisch besorgt und dann gleich auch da im Baumarkt die Raufasertapete gekauft. Die Rechnung kannst du gleich haben“, antwortete Ralf. „Den Aufenthaltsraum tapezieren! Das ist eine gute Idee! Ich sage den Jungens von der Band Bescheid, dass die euch beim Ausräumen helfen, dann  könnt ihr gleich anfangen. Die können auch später ihren Proberaum einrichten.“ Mit diesen Worten verschwand Natascha im Bauernhaus.

„Na, war ja doch gut, dass wir uns eine Begründung für unser langes Wegbleiben überlegt haben!“, erwähnte Georg. Gemeinsam räumten sie den Kofferraum aus und betraten das Bauernhaus. Als sie im Aufenthaltsraum ankamen, wurden sie dort schon von den Mitgliedern der Band erwartet. „Natascha schickt uns, wir sollten euch zur Hand gehen. Um was geht es denn?“, wollte der Schlagzeuger wissen. „Ach, das war nicht unsere Idee, die kam von Natascha. Aber wenn  ihr schon mal hier seid, dann  geht es natürlich schneller. Wir wollen den Raum hier neu mit Raufaser tapezieren und dafür müssten die Möbel von der Wand und in der Mitte zusammengestellt werden. Wir haben uns Abdeckplane besorgt. Wenn ihr uns dann noch helft, die alten Tapeten abzukratzen, dann könnten wir das Tapezieren heute noch schaffen und die Raufaser dann morgen streichen“, erläuterte Georg.

„Wie sieht das aus, Jungs?“, Michael Müller schaute seine Bandkollegen fragend an. „Sollen wir den beiden zur Hand gehen?“ Als alle einmütig nickten, fingen sie auch sogleich an, die Möbel zu verrücken und unter der Anleitung von Georg und Ralf mit diesen zusammen die alten Tapeten einzuweichen und anschließend mit dem Spachtel abzukratzen. Dabei stellten sie fest, dass die Vorbesitzer wohl immer fleißig über die alten Tapeten drüber tapeziert hatten, denn es kamen fünf Schichten Tapete zu Tage. Aber nach dem Motto ‚Viele Hände, ein schnelles Ende’, waren sie nach eineinhalb Stunden so weit, dass Georg und Ralf mit dem Kleben der Raufaser beginnen konnten.

Die Bandmitglieder verabschiedeten sich und kümmerten sich wieder um die Einrichtung ihres Proberaumes, bei dem Natascha sie unterbrochen hatte. Auf dem Weg dahin entdeckte Bernd Kruse zwei etwa vierzehnjährige Jungen, die durch ein Flurfenster ins Innere des Hauses zu blicken versuchten. Er öffnete das Fenster und die beiden sprangen erschrocken zurück. „Na, wer seid ihr denn?“ , fragte er. „Wir, eh, wir“, stotterte der eine der beiden, „wir sind gerade vorbeigekommen und wollten mal sehen, was hier los ist. Eh, wir dachten hier der Bauernhof stünde leer. Dann haben wir den Bus gesehen und dachten, wir schauen mal nach.“ Inzwischen hatte er sich wieder gefangen und zeigte auf seinen Kumpel. „Das ist Peter und ich bin Mike. Wir wohnen hier im Ort. Da interessiert uns natürlich, was hier los ist.“

„Na, dann kommt doch mal rein Jungs, wir beißen nicht.“ Er beugte sich aus dem Fenster und deutete auf die Hintertür. „Wartet da hinten, ich mache euch gleich die Tür auf, dann könnt ihr uns auch gleich beim Aufbau mithelfen. Alles klar?“ Peter und Mike sahen sich an, nickten und machten sich auf den Weg zur Hintertür.

*

Wenn du wissen willst, wie es weiter geht, entweder nächsten Sonntag oder:

 

Als E-Book:

Licht

 

 

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oder:

 

https://www.ebook.de/de/quickSearch?searchString=Die+Kinder+des+Lichts+Heinz+schmalenbach&mainsearchSubmit=Suche&facetNodeId=52122

 

oder:

https://www.kobo.com/ie/en/ebook/die-kinder-des-lichts-1

 

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